Das Modell Königsplan

das modellGroßmeister Stefan Kindermann hat gemeinsam mit Professor Robert von Weizsäcker und Nationalspielerin Dijana Dengler die wirksamsten Strategien der Schachgroßmeister in mehrjähriger Forschungsarbeit entschlüsselt. Ihr Konzept »Königsplan« ermöglicht es, die auf dem jahrhundertelangen Prüfstand des Spitzenschachs entwickelten Ansätze für Beruf und Privatleben zu nutzen. Einzigartig ist bei »Königsplan« die enge Verzahnung von strukturell-rationalem Aufbau mit intuitiven Elementen. Erst die Kombination von klarer Systematik mit unseren emotional-intuitiven Kräften ermöglicht meisterliches Denken, Planen und Handeln. Hier werden erstmals handfeste Methoden gezeigt, um diese Erkenntnis in die Praxis umzusetzen.


Die sieben Stufen im Überblick:

 

Der ideale Leistungszustand stellt die unabdingbare Voraussetzung für jede Höchstleistung dar. Hier geht es darum, einen direkten und ganzheitlichen Zugang zu unseren persönlichen Ressourcen zu schaffen. Das beflügelt sowohl die Intuition als auch die Ratio und fördert deren Zusammenspiel.
Die sorgfältige Bestandsaufnahme sorgt dafür, dass wir zunächst fest mit beiden Beinen im Hier und Jetzt verankert sind, bevor wir mit der Zukunftsplanung beginnen. Sie betrachtet vorliegende Probleme und Ressourcen aus verschiedenen Perspektiven und zerlegt eine komplexe Ausgangssituation in einzelne Komponenten. Auf dieser Stufe muss die Phantasie vor der Türe warten: Was ist wirklich gesichert, worauf kann ich mich verlässlich stützen? Bei den Stufen 3-6 spielt die Intuition eine entscheidende Rolle. Sie steht sowohl am Anfang als auch am Ende des Planungs-, Bewertungs- und Entscheidungsprozesses. Im Königsplan-Modell wird die Intuition in die rationale Struktur eingebettet, an kritische Punkte herangeführt und genau geprüft.
Die hier vorgestellte Methode bildet eine grundlegende Denkhaltung der Schachmeister ab. Im ersten Schritt schafft sie kreative Ideen und gibt Raum für Phantasie und Intuition. Den ebenso bedeutsamen Gegenpol stellt die sofort im Anschluss durchgeführte kritische Betrachtung der gefundenen Ideen dar. Im dritten Schritt wird eine realistische Synthese aus Pro und Kontra geschaffen. Als Resultat entspringen neue Ideen, die über ein solides Fundament verfügen. Bei komplexeren Problemen leistet diese Stufe die Vorauswahl für die nächste Etappe.
Der vorwärts gerichtete Denkalgorithmus führt uns von unserem Ausgangspunkt Schritt für Schritt in mögliche Zukunftsszenarien, vergleicht und bewertet sie. Verzweigungen mit relativ ungünstigem Output können wir „stutzen“ und so schnell eine klare Übersicht über unsere möglichen Aktionen und deren Folgen erhalten. Dabei beginnen wir mit einem übergeordneten, makrostrategischen Ansatz, um später je nach Bedarf die Details zu analysieren. Auch setzen wir hier vorab Warnsignale, die im Prozess auf eine erforderliche Planänderung hinweisen. Der vorwärts gerichtete Ansatz ist unumgänglich, wenn noch kein klares Zielbild existiert.
Hier geht es um die Methodik einer kraftvollen und genauen Zieldefinition. Die auf präzisen Kriterien aufgebaute Zielbestimmung stellt eine entscheidende Voraussetzung für den Erfolg jeder Planung dar und entspricht einer in die Zukunft projizierten Bestandsaufnahme. Falls das Ziel nicht schon klar vorgegeben ist beziehungsweise keine intuitive Schau des Zielbildes gelingt, führt uns die Struktur aus den Stufen 3 und 4 dorthin.
Der rückwärts gerichtete Denkalgorithmus nimmt die Zieldefinition zum Ausgangspunkt. Von dieser Zukunftsvision aus bewegen wir uns auf der umgekehrten Zeitachse über mehrere Zwischenziele zurück ins Hier und Jetzt. In Fällen mit klarem Zielbild ist dieser Ansatz häufig der traditionellen Methode aus Stufe 4 überlegen. Eine wichtiges Hilfsmittel stellt der Zieltest dar, bei dem ein intuitiv gefundenes Ziel als möglich angenommen wird. Die Prüfung erfolgt über die Untersuchung der vorgelagerten Zwischenziele. Nur wenn diese tatsächlich erreichbar sind, ist das im Zieltest vorgegebene Ziel realistisch. Eine ganz besondere Bedeutung kommt der Kombination aus den Stufen 4 und 6 zu. Genau dort, wo sich die vorwärts und rückwärts gerichteten Zeitachsen berühren, entspringt oft eine unmittelbare Lösung komplexer Probleme.
Eine kritische und konstruktive Analyse findet statt, nachdem das geplante und vorbereitete Ereignis in der Realität eingetroffen ist. Bei dieser Nachbetrachtung verarbeiten wir mögliche Rückschläge auf konstruktive Weise, ordnen die gemachten Erfahrungen und ziehen Kraft aus unseren Erfolgen. Erweist sich im Verlauf einer komplexen Planung ein Zwischenschritt als ein besonders schwieriges Problem, so kann dieses aus der Gesamtstruktur gelöst und mittels der Königsplan-Stufen gesondert analysiert werden. Nach erfolgreicher Bearbeitung wird dieses Teilstück wieder in die Struktur eingesetzt.

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